Mari Fukumoto besticht als mehrfach preisgekrönte Organistin immer wieder mit ausgefallenen Programmen und spannenden Entdeckungen. Im Abschlusskonzert des dritten her:voice Festivals glänzte sie an den über 4502 Pfeifen der Kuhn Orgel in der Essener Philharmonie, die stimmungsvoll beleuchtet war. Ihr musikalischer Partner in diesem Konzert war das renommierte Ensemble Folkwang Brass unter der Leitung von Professor Christopher Houlding.
Entstanden ist das exklusive Programm dieses letzten Fstivalkonzertes mit Werken von Komponistinnen der Geburtsjährgänge 1841 (Elfrida Andree ) bis 1997 (A.A.Alvarez) gemeinsam im Schulterschluss von Custos der Kuhn Orgel, Wolfgang Kläsener, Organistin Mari Fukomoto und Professor Christopher Houlding. Intendiert war, mit diesem Programm die großen Variationsmöglichkeiten und die Vielseitigkeit der Musik dieser Komponistinnen für die außergewöhnliche Besetzung Blechbläser und Orgel zu zeigen und hörbar zu machen.
Eröffnet wurde das Konzert mit einer Auftragskomposition - „Intrada” - der jungen spanisch kubanischen Komponistin Arlet Miguelez Alvarez (Studierende der Klasse Günther Steinke an der Folkwang Universität der Künste), mit Applaus reich gelobt.
Das im Programm folgende Posaunen Quartett wurde von Saskia Apon (geb. 1957), Niederländerin, Harfenistin im Rotterdamer Philharmonischen Orchester Rotterdam und ebenfalls dessen autodidaktische Komponistin und Arrangeurin, ursprünglich für die Kollegen Posaunisten des Rotterdamer Orchesters geschrieben.
Unter Posaunisten gilt dieses Quartett selbst für Profis als eine echte Herausforderung. Komplizierte rhythmische Muster, die sauber durch die vier Stimmen laufen müssen erfordern sehr präzises Spiel aber auch Zusammenspiel sowie Sonorität und Intensität im Klang. Das ist den vier Posaunist/innen Mayuko Nanri, Seongwon Kim, Nain Reina und Gabriele Comazzi meisterlich gelungen, mit tatsächlich imposantem Klang füllten sie den philharmonischen Raum. Definitiv ein Highlight des Konzertes.
Weitere folgten unter anderem mit der von Mari Fukomoto bearbeiteten Komposition von Clara Schumann Prelude & Fuge, nicht nur erwartet professionell, sondern sehr sympathisch, fast bescheiden vorgetragen.
Die Symphonie Nr. 2 in Es-Dur für Orgel und Blechbläser der ersten Domorganistin Göteborgs und Komponistin Elfrida Andree war sicherlich das Hauptwerk des Abends. Es soll Quellen zufolge Andrees Wunsch oder eher Bemühungen widerspiegeln, die Klangfülle eines Orchesters mit der Orgel zu verbinden, sicher auch inspiriert vom romantischen Geist ihrer Zeit und dem Bedürfnis nach kraftvoller, orchestraler Musik.
Folkwang Brass ist diese Klangverschmelzung von vollem Blechbläserklang mit Orgel, von allen Spielern meisterlich präzise ausgeführt unter der bewährten Leitung von Professor Christopher Houlding einfach gelungen. Beindruckender Ohrenschmaus, so dass das begeisterte Publikum sich eine Zugabe von Fukomotoo und den Blechis erapplaudierte
Zu hören war dann Amy Beach´s Gavotte Fantastique für Orgel & Blechbläser mit noch einmal mitreißender Spielfreude, hoher blechbläserischer Akkuratesse nebst exzellentem Zusammenspiel. Das Ensemble verließ nach zahlreichen Vorhängen unter wohlverdientem Applaus die Bühne.
Diesem beeindruckenden Konzert von musikalischen Wagnissen, exzellenten Musikern, einem würdigenden Gesamtkonzept von Vorreiterinnen im Komponistenhandwerk hätte man einen komplett vollen Saal gewünscht. Vielleicht gelingt es beim nächsten her:voice Festival, das vom 04.- 06.02.2027 stattfinden wird, unter anderem mit dem Schwerpunkt Komponistinnen in der Barockzeit.
Das nächste Konzert an der Kuhn-Orgel in der Essener Philharmonie, gefördert durch die Alfred und Cläre Pott Stiftung:
HANSJÖRG ALBRECHT
FEUERWERKSMUSIK FÜR ORGEL
Samstag 25. April 2026
Werke von Antonio Vivaldi, Georg Friedrich Händel, Modest Mussorgski
Anaphora



