Kunst, Erdgeschichte und Naturwissenschaft im Dialog: Am Sonntag, dem 18. Oktober 2026, wurde im Schaudepot des Ruhr Museums auf dem UNESCO-Welterbe Zollverein die künstlerische Intervention „Fragen an eine Geologin“ der Künstlerin Nico Joana Weber eröffnet. Die eigens für das Schaudepot entwickelte multimediale Installation verbindet Film- und Fotoarbeiten mit naturwissenschaftlichen Sammlungsobjekten. Sie eröffnet neue Perspektiven auf die Herkunft und Verwandlung natürlicher Materialien. Die Ausstellung ist bis zum 6. Dezember 2026 jeweils samstags und sonntags von 12 bis 18 Uhr kostenfrei zu sehen. Sie entstand in Kooperation mit der Anna Polke-Stiftung im Rahmen des Projekts „Sigmar Polke. Athanor NOW“.
Eine künstlerische Spurensuche zwischen Essen und Venedig
Auf drei Emporen im Obergeschoss des Schaudepot Ruhr Museum präsentiert Nico Joana Weber eine vielschichtige Installation aus aktuellen filmischen und fotografischen Arbeiten sowie Werken und Objekten früherer Projekte. Dabei stellt sie Bezüge zu den Naturwissenschaftlichen Sammlungen des Ruhr Museums, zur Mineralogischen Sammlung der Ruhr-Universität Bochum und zum Künstler Sigmar Polke her.
Ausgangspunkt ist eine besondere Verbindung zwischen dem Ruhr Museum und der internationalen Kunstgeschichte: Für seine 1986 mit dem Goldenen Löwen ausgezeichnete Installation „Athanor“ auf der Biennale von Venedig lieh Sigmar Polke einen Meteoriten und einen Quarzkristall aus dem damaligen Ruhrlandmuseum aus. Im Zuge seiner Vorbereitungen stellte er der damals für die Ausleihe verantwortlichen Kuratorin und Geologin Ulrike Stottrop grundlegende Fragen zu Mineralien, Gesteinen und Pigmenten.
40 Jahre später greift Nico Joana Weber diese Verbindung im Ruhr Museum, dem Nachfolger des Ruhrlandmuseums, wieder auf. Ihre Installation beschäftigt sich mit der Herkunft, den Wegen und der Präsentation natürlicher Materialien sowie mit ihrer Transformation. Dabei verbindet sie das Ruhrgebiet als Paradebeispiel der Gewinnung, Verarbeitung und Erforschung von Rohstoffen mit Venedig als historisches Zentrum des Kunst- und Wissenstransfers, das auf weltumspannende Handelsbeziehungen beruht.
Das Schaudepot als besonderer Ausstellungsort
### Über die Künstlerin
Nico Joana Weber (geb. 1983) arbeitet medienübergreifend und mit Methoden der künstlerischen Forschung. Im Mittelpunkt ihrer Arbeit stehen Transformations- und Aneignungsprozesse sowie das Sichtbarmachen verborgener Geschichten. Sie studierte Bildende Kunst und Kunstgeschichte am Goldsmiths College in London und absolvierte ein Postgraduiertenstudium an der Kunsthochschule für Medien Köln. Ihre Arbeiten wurden in internationalen Ausstellungen und Screenings präsentiert und mehrfach ausgezeichnet, unter anderem mit dem Bonner Kunstpreis (2019) und dem Villa Romana Preis (2016).
Termine, Begleitprogramm, Adresse
Künstlerische Intervention „Fragen an eine Geologin“
In Kooperation mit der Anna Polke-Stiftung im Rahmen von „Sigmar Polke. Athanor NOW“
24.10.-6.12.2026
Geöffnet Sa und So_12-18 Uhr
Schaudepot Ruhr Museum, Heinrich-Imig-Str. 9, 45141 Essen
Eintritt frei
So_15.11.2026, 15 Uhr – Artist Talk mit Nico Joana Weber
Schaudepot Ruhr Museum, Heinrich-Imig-Str. 9, 45141 Essen
Kostenlos
Anmeldung unter besucherdienst@ruhrmuseum.de
Bei einer Führung und im Gespräch gibt die Künstlerin Einblicke in ihre Installation „Fragen an eine Geologin“ und ihre Auseinandersetzung mit den naturwissenschaftlichen Sammlungen des Ruhr Museums. (3 Std.)
Sa_28.11.2026, 18 Uhr – Literarischer Polke-Abend mit Anna Polke
Schaudepot Ruhr Museum, Heinrich-Imig-Str. 9, 45141 Essen
Kostenlos
Anmeldung unter besucherdienst@ruhrmuseum.de
Eine Lesung mit Texten von Thomas Mann, Jules Verne, Joachim Ringelnatz, Sigmar Polke und weiteren Autoren eröffnet literarische Perspektiven auf die Themen der Kunstinstallationen. (3 Std.)
Zum Projekt „Sigmar Polke. Athanor NOW“
„Sigmar Polke. Athanor NOW“ würdigt 40 Jahre nach Sigmar Polkes legendärer Athanor-Installation im Deutschen Pavillon der Biennale von Venedig 1986 die anhaltende Bedeutung des Künstlers für Kunst, Wissenschaft und Gesellschaft. Gemeinsam mit rund 60 Partnerinstitutionen und über 80 Veranstaltungen weltweit werden Polkes Ideen und Arbeitsweisen aus heutiger Perspektive neu beleuchtet. Im Fokus stehen Themen wie Materialität, Alchemie, Ökologie, Politik und Technologie. Das Ruhr Museum beteiligt sich seit Juni 2026 mit Vorträgen, Workshops, Führungen und Ausstellungen an diesem spartenübergreifenden Programm.
Weitere Informationen unter www.sigmar-polke-athanor-now.com



