Die internationale Elite der Pianisten, spannende Nachwuchskünstler, faszinierende Konzertreihen und zum ersten Mal eine Residenz mit 10 Konzerten an einem festen Spielort: Das Klavier-Festival Ruhr füllt seinen Ruf als weltweit größtes Festival seiner Art mit lebendigen Innovationen und wertvollen Traditionen. 75 Pianisten hat Intendantin Katrin Zagrosek eingeladen, vom 7. Mai bis 21. Juli in 72 Konzerten in 17 Städten zwischen Dinslaken und Wuppertal, Düsseldorf und Hagen die Vielfalt des Klavierspiels zu präsentieren. Das Klavier-Festival Ruhr lädt das Publikum ein, künstlerische Sternstunden zu genießen und unvergessliche Begegnungen zu erfahren. Der Initiativkreis Ruhr als Generalsponsor und die Hauptsponsoren Duisburger Hafen AG, NRW.BANK und Regionalverband Ruhr sind zuverlässige Partner an seiner Seite. „Mit dem Klavier-Festival Ruhr als unserem kulturellen Leitprojekt fördern wir Hochkultur und Bildung mit der Education-Arbeit. Es ist seit Jahrzehnten ein Aushängeschild für das Ruhrgebiet und sorgt für internationale Strahlkraft“, so Guido Kerkhoff, Moderator des Initiativkreis Ruhr.
Residenz im Salzlager auf Zollverein
Das Herz des Klavier-Festival Ruhr schlägt in diesem Jahr unter anderem im Salzlager der Kokerei Zollverein. Im Zentrum des UNESCO-Weltkulturerbes entsteht ab 13. Juni ein Raum der Inspiration und Begegnung. Klassische Rezitale, Jazz, neue elektronische Sounds und die noble Klangwelt des Cembalos vereinen sich dort mit intimen Werkstattgesprächen und kulinarischen Genüssen von „Chefs & Butchers“, ausgesuchten Weinen und Bier der Essener Privatbrauerei Stauder. „Die Residenz im Salzlager ist mehr als ein Spielort, sie ist eine besondere Einladung zur Begegnung. Sie bietet uns die Möglichkeit, einen Spielraum ganz nach unseren Vorstellungen zu gestalten und einen eigenen Ort für Begegnungen, Kulinarik, Inspiration und natürlich Musik auf höchstem Niveau zu schaffen, den wir mit unseren Gästen teilen“, erläutert Intendantin Zagrosek dieses neue Konzept.
Zum Start der Residenz ist im Salzlager am 13. und 14. Juni eine „Cembalounge“ zu erleben. In drei Konzerten beweisen Jean Rondeau und Justin Taylor, zwei gefeierte junge Stars des Cembalos, wie faszinierend die Werke französischer und italienischer Clavecinisten mit der Ästhetik moderner Industriearchitektur harmonieren. Der ukrainische Gewinner des Van-Cliburn-Wettbewerbs 2013, Wadym Kholodenko, die Aufsteigerin Mariam Batsashvili und der seit über 35 Jahren mit dem Festival verbundene Sir András Schiff brillieren mit klassischen Programmen. Giorgi Gigashvili mit Nikala Zubiashvili, Vicky Chow mit Tristan Perich und Francesco Tristano mit Marialy Pacheco erschließen neue Klangwelten in der Kombination von Klavier und Live-Elektronik. Am 20. Juni wird das Salzlager beim „Brazilian Jazz Summer“ zum pulsierenden Hotspot lateinamerikanischer Rhythmen und Lebensfreude – begleitet von frischen Caipirinhas und exotischen Köstlichkeiten. Tags darauf, am 21. Juni, ist im Salzlager Helge Schneider in einem spontanen Live-Abend zu erleben.
Sieben Mal Jazz erster Klasse
Große Bühne für wilde Improvisationen: Die Reihe „Jazz Piano“ bringt die Meister ihres Fachs in originelle Spielstätten an Rhein und Ruhr. Am 4. Juli öffnet sich die große Bühne für Diana Krall: Bei ihrem fünften Auftritt seit 1993 lässt sie die Grugahalle Essen beben. Das Alfredo Rodriguez Trio eröffnet die Reihe mit seinem charakteristischen Fusion-Sound am 13. Mai in einer neuen Spielstätte, der Kathrin-Türks-Halle in Dinslaken am Niederrhein. Vier Schwergewichte des europäischen Jazz geben sich am 20. Mai im Musiktheater im Revier in Gelsenkirchen die Ehre: Michael Wollny am Flügel, Posaunist Nils Landgren, Lars Danielsson am Bass und Schlagzeuger Wolfgang Haffner. Mit von der Partie sind wieder Shuteen Erdenebaatar und der Bassist Nils Kugelmann, der am 12. Juni im Ebertbad Oberhausen die im Jazz selten verwendete Kontraaltklarinette spielen wird. Den krönenden Abschluss gestaltet Jason Moran am 16. Juli in Bochum – mit Jazz-Klassikern in seinem unverwechselbaren Stil.
Zeit für Bartók
Béla Bartók hatte zeitlebens eine besondere Beziehung zum Klavier. Das Klavier-Festival Ruhr widmet dem ungarischen Komponisten einen Schwerpunkt, in dem Pierre-Laurent Aimard, Yulianna Avdeeva, Lucas und Arthur Jussen, Sir András Schiff und Anna Vinnitskaya vor Ohren führen, wie vielfältig und fantasievoll Bartók mit dem Instrument umgegangen ist. Die Reihe eröffnet Yulianna Avdeeva am 7. Mai in Dortmund gemeinsam mit dem WDR Sinfonieorchester unter Omer Meir Wellber mit dem 3. Klavierkonzert. Das Erste Klavierkonzert erklingt am 18. Juni im Anneliese Brost Musikforum Ruhr Bochum mit Anna Vinnitskaya und den Bochumer Symphonikern unter ihrem scheidenden Chef Tung-Chieh Chuang. Am 9. Juli beschließt Pierre-Laurent Aimard die Trias der Bartókschen Klavierkonzerte mit dem Zweiten in der Philharmonie Essen, wieder mit dem WDR Sinfonieorchester als Partner, diesmal geleitet von Edward Gardner. Lucas und Arthur Jussen widmen sich am 30. Mai in Dortmund Bartóks Sonate für zwei Klaviere und Schlagwerk mit Alexei Gerassimez und Emil Kuyumcuyan am Schlagwerk. Mit von der Partie sind am 19. Mai auch Schülerinnen und Schüler aus Duisburg-Marxloh. Sie erarbeiten im Rahmen des Education-Programms des Klavier-Festival Ruhr eine Tanz- und Musikperformance und präsentieren sie in der Gebläsehalle im Landschaftspark Nord in Duisburg unter dem Titel „Mosaik“.
Klavier & Elektronik
Die vor zwei Jahren gegründete Reihe „Klavier & Elektronik“ wird 2026 mit vier Events fortgeführt: Im architektonisch großartigen Ambiente der Heilig-Kreuz-Kirche in Gelsenkirchen erschließt am 26. Juni mit „Tangerine Dream“ eine Legende der Elektronik ein faszinierendes Universum von Klängen und Harmonien. Beim zweiten Konzert am 3. Juli ist das Berliner Trio „Brandt Brauer Frick“ zu Gast, das elektronische Musik im Spannungsfeld von Dance Groove, Minimal Music und zeitgenössischer Klassik ganz eigen definiert. Eröffnet wird die Reihe am 19. Juni im Salzlager auf Zollverein von Giorgi Gigashvili und Nikala Zubiashvili, denen am 25. Juni Vicky Chow und Tristan Perich folgen.
Youngsters auf Zeche Zollern
Debütanten, die Gewinner bedeutender Wettbewerbe sind oder am Beginn einer internationalen Karriere stehen, präsentiert die Reihe „Youngsters“ in der beeindruckenden Jugendstil-Architektur der Dortmunder Zeche Zollern. Vom 5. bis 7. Juni präsentiert sich in fünf Konzerten der pianistische Nachwuchs: Eric Lu, Goldmedaillen-Gewinner im renommierten Chopin-Wettbewerb in Warschau 2025, spielt ein Programm mit drei herausfordernden Werken Frédéric Chopins, ergänzt mit Robert Schumanns „Waldszenen“ und Franz Schuberts f-Moll-Impromptu op. 142/1. Am 6. Juni ist der erst 16-jährige Tsotne Zedginidze zu hören: Neben Alban Bergs Sonate op. 1 und Robert Schumanns „Davidsbündlertänzen“ stellt der junge Georgier eine Auswahl eigener Kompositionen vor. Mit Werken von Schubert und Liszt zeigt Alim Beisembayev, warum er 2021 die Leeds International Piano Competition für sich entschieden hat. Am 7. Juni sind Junyan Chen – u. a. mit Variationen der amerikanischen Komponistin Amy Beach – und Jaeden Izik-Dzurko, Gewinner des Wettbewerbs von Leeds 2024, auf Zeche Zollern zu erleben. Führungen über das Gelände der historischen Zeche, eine zünftige Brotzeit inklusive, runden das kulturelle Gesamtpaket ab.
Klavier-Prominenz auf internationalem Niveau
Die Liste der auftretenden Pianisten enthält Stars der jüngeren Generation und Top-Künstler der internationalen Klavierwelt, allen voran den gefeierten Grigory Sokolov, der zum Abschlusskonzert am 21. Juli für seinen 26. Auftritt zum Klavier-Festival Ruhr zurückkehrt. Mit einem „Beethoven Experience Day“ setzt Kit Armstrong am 9. Mai nach dem letztjährigen musikalischen Streifzug durch das Museum Folkwang seine experimentelle Erforschung ungewöhnlicher Räume in diesem Jahr auf Zeche Zollverein fort. Musiker der Folkwang Musikschule sowie Studierende und Musikliebhaber begleiten ihn dabei. Und am 9. Juni gewährt die Klavierlegende Krystian Zimerman dem Festival in der Mercatorhalle Duisburg die Gunst eines seiner seltenen Auftritte in Europa.
Lukas und Arthur Jussen kommen am 30. Mai und Jan Lisiecki am 2. Juni ins Konzerthaus Dortmund. Am 3. Juni spielt der österreichische Klavier-Doyen Rudolf Buchbinder in der Historischen Stadthalle Wuppertal ein klassisches Programm aus Werken von Mozart, Beethoven und Schubert. Am 4. Juni widmet sich Alexandre Kantorow im Bochumer Anneliese Brost Musikforum Ruhr der musikalischen Welt von Chopin, Liszt und Nikolai Medtner.
In Mülheim ist am 9. Mai ein höchst individueller Denker und Interpret zu Gast: Ivo Pogorelich präsentiert ein Programm mit Werken von Mozart, Beethoven und Chopin. In Düsseldorf ist am 11. Mai im Robert-Schumann-Saal der seit vielen Jahren mit dem Klavier-Festival Ruhr verbundene Fabian Müller zu hören, der gemeinsam mit der Geigerin Bomsori Kim Violinsonaten von Beethoven und Brahms sowie Maurice Ravels „Oiseaux tristes“ und „Alborada del gracioso“ aus den „Miroirs“ spielt. Olli Mustonen entführt am 14. Mai im Von der Heydt-Museum Wuppertal in die künstlerische Welt von Otto Dix, der in seinen Bildern häufig auf Musik und Tanz Bezug nahm. Vorträge von Anna Storm und Tobias Bleek stellen gedanklich die Verbindung von Musik und Bildender Kunst her. Am Abend lassen sich Mustonen und das Streichquartett Meta4 in der Historischen Stadthalle mit Werken von Sergej Prokofjew, Antonín Dvořák und Mustonens eigenem Klavierquintett hören. Ein neuer Spielort für das Klavier-Festival Ruhr ist Wetter an der Ruhr, wo am 18. Mai im Stadtsaal der junge Aufsteiger Lukas Sternath am Flügel, Veronika Eberle (Violine) und Julia Hagen (Violoncello) mit Trios von Brahms, Schubert und Schostakowitsch auftreten.
Musikalische Höhepunkte versprechen auch die Konzerte von Piotr Anderszewski (28. Mai) und Kristian Bezuidenhout mit der Geigerin Alina Ibragimova und der Neuen Kammerakademie Potsdam (29. Mai) in der Neuen Aula der Folkwang Universität in Essen-Werden. Igor Levit und Markus Becker (10. Juni, in der Tonhalle Düsseldorf), Seong-Jin Cho und der Geiger Augustin Hadelich (7. Juli, Bochum) und Mao Fujita mit dem Deutschen Symphonie-Orchester Berlin unter Kent Nagano (8. Juli, Wuppertal) komplettieren die Reihe erstrangiger Virtuosen am Klavier. Seit 2005 war Fazil Say nicht mehr beim Klavier-Festival Ruhr zu erleben – nun kehrt er am 23. Juni zurück, um im Anneliese Brost Musikforum Ruhr Bochum Modest Mussorgskys „Bilder einer Ausstellung“ und eigene Werke zu spielen. Auch die große britische Pianistin Dame Imogen Cooper war seit ihrem Debüt 1998 nur zwei Mal beim Klavier-Festival Ruhr zu Gast. Nun spielt sie am 22. Juni im Robert-Schumann-Saal Düsseldorf Werke von Bach, Beethoven und Schubert.
Eröffnung und Abschluss
Eröffnet wird das Klavier-Festival Ruhr am 7. Mai im Konzerthaus Dortmund von Yulianna Avdeeva gemeinsam mit dem WDR Sinfonieorchester unter Omer Meir Wellber, dem israelischen Jazz- und Weltmusiker Guy Mintus und Jakob Reuven mit der Mandoline. Neben Bartóks Drittem Klavierkonzert erklingt Ludwig van Beethovens Tripelkonzert Op. 56 in einem spannenden neuen Arrangement für Mandoline, Klavier und Akkordeon.
Zum Abschluss spielt Grigory Sokolov ein noch nicht veröffentlichtes Programm am 21. Juli im Anneliese Brost Musikforum Ruhr Bochum.
Das Klavier-Festival Ruhr im Lauf des Jahres
Für musikalische Höhepunkte sorgt das Klavier-Festival Ruhr auch außerhalb seiner Festival-Spielzeit: So gestaltet Pierre-Laurent Aimard am 21. und 22. Februar in Bochum ein Mini-Festival zum 100. Geburtstag des ungarischen Komponisten György Kurtág. Seine zarte, berührende und sehr facettenreiche Musik wird von einer Starbesetzung präsentiert. Bei einem intensiven Doppelkonzert am 21. Februar in Bochum taucht Aimard gemeinsam mit seinen Pianistenkollegen Pavel Kolesnikov und Samson Tsoy in jeweils intimem Rahmen tief in die Musik Kurtágs ein. Vorträge mit Ulrich Mosch und Pierre-Laurent Aimard mit Ausschnitten aus Dokumentarfilmen und gespickt mit Musikerläuterungen Aimards ermöglichen einen Blick in Kurtágs „Werkstatt“. Mit Werken aus seiner bekannten Sammlung „Játékók“ und anderen bekannten Stücken gestalten Aimard, Isabelle Faust (Violine), Anna Prohaska (Sopran), Gerrie de Vries (Stimme) und Lorenzo Soulès (Klavier) das Abendkonzert am 22. Februar, 18 Uhr.
Zwei Stars am Flügel präsentiert das Klavier-Festival Ruhr „außer der Reihe“: Am 16. März kommt Hélène Grimaud zu ihrem einzigen Solo-Rezital dieses Jahres in Deutschland in die Historische Stadthalle Wuppertal und spielt u. a. die Klaviersonate Nr. 30 Op. 109 Ludwig van Beethovens sowie die drei Intermezzi op. 117 und sieben Fantasien Op. 116 von Johannes Brahms. Ebenfalls in Wuppertal ist am 5. November Lang Lang zu erleben. Sein Programm umspannt Werke von Mozart bis Liszt, die „Pathétique“ und die As-Dur-Sonate Op. 110 Ludwig van Beethovens sowie Werke von Isaac Albéniz und Enrique Granados.
Das Education-Projekt des Klavier-Festival Ruhr
2006 wurde der Grundstein für die Education-Arbeit des Klavier-Festival Ruhr als integraler Bestandteil seiner Arbeit gelegt; 2007 begann dann die Arbeit in den Schulen in Duisburg. So wird das nachhaltige und vielfach preisgekrönte Projekt im nächsten Jahr sein 20-jähriges Jubiläum feiern. Jährlich werden inzwischen rund 1.000 junge Menschen – von der Kita bis zum Abiturjahrgang – aktiv für und mit Musik begeistert und langfristig gefördert. Seit 2008 ist die Education-Arbeit im Duisburger Stadtteil Marxloh verwurzelt; inzwischen erreichen die über 2.000 jährlichen Unterrichtseinheiten und Workshops 18 Kitas und Schulen in Duisburg-Marxloh, Duisburg-Hochfeld und seit 2018 auch im Bochumer Norden.
Die Schüler aus Bochum stellen schon am 29. Januar im Anneliese Brost Musikforum Ruhr in Bochum vor, was sie in Kunst, Musik und Tanz gestaltet haben: Unter dem Titel „Kontraste“ präsentieren sie die Ergebnisse ihrer Kreativität. Dabei erklingen Werke u. a. von Béla Bartók und György Kurtág, die zeigen, dass die Kinder und Jugendlichen keine Scheu vor zeitgenössischer Musik hegen. Inspirierte Partner für sie sind der Pianist Lorenzo Soulès, die Geigerin Veronique De Raedemaeker und der Klarinettist Alexander Declercq.
Am 19. Mai stellen die Duisburger Schüler das Ergebnis ihres Tanz- und Musikprojekts vor. In „Mosaik“ präsentieren sie in der Gebläsehalle im Landschaftspark Nord ihre künstlerische Auseinandersetzung mit Musik u. a. von Béla Bartók und Claude Debussy. Gemeinsam mit Luga Korne und Antoniya Yordanova am Klavier werden sie mit ihrer Choreografie das Publikum begeistern. Am 1. Juli steht dann Musik von Dmitri Schostakowitsch und Béla Bartók auf dem Programm, wenn die Schüler aus Marxloh in der Mercatorhalle zeigen, wie die Musik sie im „Zusammenspiel“ zu Bühne und Tanz inspiriert hat. Dabei spielen der Pianist Lorenzo Soulès und der Cellist Roger Morelló Ros.
Der Vorverkauf für das Klavier-Festival Ruhr 2025 hat am Freitag, 16. Januar, 14 Uhr begonnen. Tickets gibt es unter www.klavierfestival.de und über die Telefon-Hotline (0201) 89 66 866.



