Mit langanhaltendem Applaus endete am 21. Juli die 38. Ausgabe des Klavier-Festival Ruhr. Im ausverkauften Anneliese Brost Musikforum Ruhr in Bochum gestaltete Grigory Sokolov das Abschlusskonzert mit Werken von Beethoven und Schubert. Sokolov war der 74. Pianist, der in diesem Jahr im Rahmen des weltweit größten Festivals für Klaviermusik aufgetreten ist. Zuvor waren Größen wie Krystian Zimerman, Arcadi Volodos, Ivo Pogorelich, Hélène Grimaud oder Igor Levit zu hören. Mit Alexandre Kantorow, Seong-Jin Cho, Kit Armstrong oder Mao Fujita waren auch international gefeierte Spitzenpianisten der jüngeren Generation Teil des Festivals.
Neben den großen Solorezitalen bot das Festival in Konzerten der Reihen „Jazz Piano“ und „Klavier & Elektronik“ einen Rahmen, in dem lateinamerikanische Einflüsse, zeitgenössische Musik, Pop, Jazz, Elektronik und Global Sounds miteinander in Dialog traten. Dafür standen Musiker wie Diana Krall, Michael Wollny, Jason Moran, Shuteen Erdenebaatar, Amaro Freitas, Francesco Tristano, Tangerine Dream oder Brandt Brauer Frick. Mit Helge Schneider, Chilly Gonzales und Louis Philippson waren zudem Künstler zu erleben, die den traditionellen Konzertabend mit Humor, Spontaneität und persönlicher Ansprache neu denken.
Den Blick auf die nächste Generation richtete das Festival mit der Reihe Youngsters. Sie präsentierte internationale Nachwuchstalente, darunter Eric Lu, aktueller Gewinner des Internationalen Chopin-Wettbewerbs. Mit seinen Education-Projekten eröffnete das Festival Kindern und Jugendlichen die Möglichkeit, Musik selbst zu erleben und Teil des Festivals zu werden. Sonderevents wie die „Hommage à Kurtág“, der „Beethoven Experience Day“, „Mit Otto Dix im Museum“, ein Gesprächskonzert und Führungen ergänzten das Konzertprogramm um Meisterkurse, Künstlerportraits, Vorträge, Filmbeiträge sowie Museumsbesuche und Einblicke in die Industriekultur.
Mit der neuen Residenz im Salzlager auf dem UNESCO-Welterbe Zollverein schuf das Klavier-Festival Ruhr 2026 in Essen erstmals einen festen Festivalort. Im Industriedenkmal entstanden Konzerte, Werkstattgespräche und Begegnungen zwischen Künstlerinnen und Künstlern, Publikum und Festivalteam. Den Abschluss gestaltete kurzfristig Víkingur Ólafsson, der für den erkrankten Sir András Schiff einsprang. Ein Moment, der für das Vertrauen steht, das viele Künstlerinnen und Künstler dem Festival entgegenbringen. Für Intendantin Katrin Zagrosek liegt darin das Wesen des Festivals: „Musik schafft Räume, in denen Menschen einander begegnen können, aufmerksam, offen und ohne viele Worte. Wenn Künstlerinnen und Künstler, Publikum, Förderinnen und Förderer sowie das Festivalteam diese Momente miteinander teilen, entsteht Jahr für Jahr ein Ort der Gemeinschaft.“
Möglich wird das Festival durch das Engagement des Initiativkreis Ruhr als Generalsponsor, der diesjährigen Hauptsponsoren duisport, NRW.BANK und Regionalverband Ruhr sowie zahlreicher weiterer Sponsorinnen und Sponsoren, Donatorinnen und Donatoren, Stiftungen und privater Förderinnen und Förderer.
Im November folgen zwei weitere Konzerte in der Historischen Stadthalle Wuppertal: Am 20. November gastiert Lang Lang, am 29. November gestaltet Julius Asal das Adventskonzert. Karten und weitere Informationen gibt es unter klavierfestival.de.
Für das Jahr 2026 rechnet das Klavier-Festival Ruhr mit insgesamt 73 Konzerten in 17 Städten, von Düsseldorf über Dortmund und Gelsenkirchen bis Wuppertal, sowie rund 38.000 Besucherinnen und Besuchern.
Die 39. Ausgabe des Festivals findet vom 17. April bis 21. Juli 2027 statt. Der Frühbucher-Vorverkauf für ausgewählte Konzerte beginnt am 1. Oktober 2026. Das vollständige Programm wird am 15. Januar 2027 veröffentlicht.
Foto: Dana Schmidt



