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Künstlerin Rotraut Klein-Moquay besucht die Werke ihres Mannes Yves Klein im Musiktheater im Revier

GE. Oberbürgermeisterin Andrea Henze konnte am Freitag ungewöhnliche Gäste in Gelsenkirchen begrüßen: Rotraut Klein-Moquay, die Witwe des Künstlers Yves Klein, war aus ihrer US-amerikanischen Wahlheimat Arizona an die frühere Wirkstätte ihres verstorbenen Mannes gereist, um sich die frisch aufgearbeiteten Werke von Yves Klein im Musiktheater im Revier anzuschauen. Andrea Henze überreichte ihr einen besonderen Kunstdruck des Musiktheaters und erfuhr im Gespräch, dass Rotraut Klein-Moquay einst selber an den Werken in Gelsenkirchen mitgearbeitet hat.


„Es ist mir eine Ehre, Sie hier vor Ort zu treffen, als Zeitzeugin für diese Epoche, in der Gelsenkirchen dieses großartige Musiktheater bekommen hat. Für mich ist dieses Treffen mit jemandem, der persönlich an diesen Werken mitgearbeitet hat, etwas ganz Besonderes. Denn dieses Blau steht für Gelsenkirchen und hat eine besondere Bedeutung für unsere Stadt“, so Oberbürgermeisterin Andrea Henze beim Blick auf die Werke im Foyer.

Musiktheater als Inspirationsquelle

Gemeinsam mit ihrem Neffen Jacob Uecker, dem Sohn ihres Bruders Günther Uecker, und mit Hélène Guenin, der Direktorin der Yves Klein Foundation, ließ sich Rotraut Klein-Moquay, die unter ihrem Künstlernamen Rotraut weltweite Bekanntheit als Künstlerin erlangte, die eigens für die Werke im Musiktheater im Revier entwickelte spezielle Reinigungstechnik erklären.

Die von weither angereisten Gäste trafen dabei auf Julia Höner, die Direktorin des Kunstmuseums Gelsenkirchen, auf die Sammlungsleiterin Denise Wegener, auf den MiR-Intendanten Hilbrich und Tobias Werner, den Geschäftsführer des MiR sowie auf die beiden Restauratorinnen Nelly Paletta und Rabea Blasczyk, die sich für ihre Forschungsarbeit intensiv mit den Werken Yves Kleins im Musiktheater im Revier beschäftigt hatten. Während der Sommerferien hatte ein Team aus sieben Master-Studierenden unter ihrer Anleitung im Rahmen einer Forschungskooperation zwischen der Stadt Gelsenkirchen und der TH Köln vor Ort im Musiktheater im Revier Konservierungsmaßnahmen an den beiden kleineren Werken in den Garderobenbereichen durchgeführt.

Bedeutsame Erinnerungen

Rotraut Klein-Moquay, Jacob Uecker und Hélène Guenin zeigten sich von dem Ergebnis dieser Restaurierung begeistert. „Es ist wichtig, diese Werke regelmäßig zu restaurieren und zu reinigen, damit sie nichts von ihrer Strahlkraft verlieren“, betonte Rotraut Klein-Moquay. „Die Werke hier in Gelsenkirchen sind für mich eine schöne Erinnerung an meinen Mann und unsere gemeinsame Zeit. Am Liebsten würde ich tagelang hier im Musiktheater sitzen und sie mir anschauen. Ich weiß noch genau, wie wir hier zusammen die Drahtkonstruktionen für diese Werke geformt haben“, so die Künstlerin, die im November 88 Jahre alt wird.

Rotraut hatte Yves Klein im Sommer 1957, als er bereits an den großen Wandreliefs im Gelsenkirchener Musiktheater arbeitete, kennengelernt und ihn im Januar 1962 geheiratet. Yves Klein verstarb kurz darauf, am 6. Juni 1962, im Alter von 34 Jahren. Der gemeinsame Sohn Yves Armand Marie kam zwei Monate später zur Welt. Rotraut Klein-Moquay zog später mit ihrem zweiten Ehemann, dem Fotografen und Designer Daniel Moquay, in die USA, wo sie bis heute lebt.