Der Zoo Duisburg freut sich über die Geburt von vier kleinen Fossas – drei Männchen und ein Weibchen. Bereits im Juni erblickte der Nachwuchs der bedrohten Tierart das Licht der Welt. In der ersten Zeit bleibt die Mutter rund um die Uhr bei ihrem Nachwuchs.
Mit einem Alter von sieben bis acht Wochen haben die vier zum ersten Mal die schützende Wurfbox verlassen. Ab sofort können Besucherinnen und Besucher die Jungtiere entdecken, die vor Kurzem in das 2025 eröffnete Fossa-Warmhaus umgezogen sind. Der Zoo bittet alle Gäste, sich vor dem Warmhaus ruhig zu verhalten und nicht an die Scheiben zu klopfen.
Weibchen Beroketa ist zum zweiten Mal Mutter
Putzmunter tapsen die vier kleinen Fossas durchs Unterholz, erkunden aufmerksam die Umgebung und klettern auf Baumstämme. Immer an der Seite der Jungtiere ist Mutter Beroketa. Erstmalig ist sie im Jahr 2024 Mutter geworden, brachte hier zwei Jungtiere zur Welt. Mit den vier Jungtieren ist sie jetzt zum zweiten Mal Mutter geworden.
Blutlinie noch nicht in Europa vertreten
Vater der vier Jungtiere ist Fossa-Kater Isaloh, der erstmals Nachwuchs gezeugt hat. Er stammt aus dem Artenschutzzentrum Grasleben und ist seit 2024 im Zoo Duisburg. Seine Blutlinie ist in Europa noch nicht vertreten, weshalb der Wurf von hoher Bedeutung für das Europäische Erhaltungszuchtprogramm (EEP) ist.
Die Grundlage für eine erfolgreiche Zucht beginnt schon bei der Zusammenführung von Männchen und Weibchen. Denn nur während der Paarungszeit im Frühjahr dulden sich die sonst einzelgängerisch lebenden Tiere.
Nach einer Tragzeit von rund 50 Tagen und der Geburt der Jungtiere beginnt für die Fossa-Mutter und das Tierpflegerteam eine besonders sensible Phase: „Fossa-Weibchen reagieren sehr empfindlich auf Störungen und brauchen in der ersten Zeit viel Ruhe. Auch wir beobachten die Entwicklung der Jungtiere und ihr Heranwachsen mit Abstand und nähern uns der Wurfbox in der Regel nicht“, erklärt Revierleiter Mike Kirschner.
Die Aufzucht von Fossa-Jungtieren ist anspruchsvoll und erfordert viel Fingerspitzengefühl, Erfahrung und Routine. „All das bringen wir in Duisburg mit – und sind daher besonders stolz auf die Erfolge unserer Fossa-Haltung“.
77 Jungtiere: Duisburg ist weltweit Spitzenreiter in Sachen Fossa
In der Zoowelt ist der Zoo Duisburg weit über die Grenzen von NRW bekannt für die Haltung der Fossa und wird weltweit für seine Expertise geschätzt. Denn seit Haltungsbeginn am 14. Juni 1980 wuchsen am Kaiserberg mittlerweile 77 Jungtiere auf.
Rostbraunes Raubtier: Über die Fossa
Mit einem Gewicht von bis zu 15 Kilogramm ist die Fossa das größte auf Madagaskar lebende Raubtier. Die Tiere kommen nur auf der Insel vor der afrikanischen Küste vor, wo sie beispielsweise in Trockenwäldern leben. Dort jagen die Raubtiere Lemuren sowie andere kleine Säugetiere. Auch Reptilien und Insekten stehen manchmal auf ihrem Speiseplan. Dank der kräftigen Beine und dem schlanken Körper ist die Fossa ein geschickter Kletterer, der größere Distanzen sogar springend zurücklegt. Dabei hilft ihr der lange Schwanz als Balancierhilfe – auch, wenn die Tiere Bäume mit dem Kopf voraus hinabklettern.
Die große Gefahr: Feuer
Die Fossa ist eine stark gefährdete Tierart. Schätzungen gehen davon aus, dass nur noch rund 2.500 der Tiere auf Madagaskar leben. Neben der Jagd durch den Menschen sind außer Kontrolle geratene und vom Menschen verursachte Feuer eine große Gefahr für die Raubtiere – denn die Flammen bedrohen und vernichten den Lebensraum der Tiere. Um die letzten intakten Trockenwälder auf Madagaskar vor den diesjährigen Waldbränden zu schützten, schlagen Wildhüter Feuerschneisen in den Wald, die eine Ausbreitung des Feuers verhindern sollen.



