KULTUR

Glück aufs Neue: ExtraSchicht begeistert nach zwei Jahren Pause

Nach zwei Jahren Pandemiepause kehrte die ExtraSchicht bei schönstem Sommerwetter wieder ins Ruhrgebiet zurück. Von 17 bis 1 Uhr verwandelte sie ehemalige Zechen, Hochöfen, Maschinenhallen, Museen, Werksgelände und weitere industriekulturelle Standorte zu Zentren der Musik, Comedy, Kunst, Kultur, Theater und Akrobatik. Knapp 200.000 Besuche wurden bei der besonderen Atmosphäre dieser einzigartigen Nacht an 43 Spielorten in 23 Städten gezählt. Die Besucher:innen ließen sich quer durchs Ruhrgebiet treiben.

Künstlerisch, musikalisch und visionär zeigte sich die ExtraSchicht in diesem Jahr. Die Spielorte hatten ein Programm der ExtraKlasse organisiert und sich für die 20. Ausgabe der ExtraSchicht in Schale geworfen. Ob mitreißende Shows, packende Performances, großartige Konzerte, exklusive Führungen oder coole Mitmach-Aktionen – für jeden war etwas dabei und das gesamte Ruhrgebiet war auf den Beinen.

Eine Zeitreise in vergangene Jahrzehnte konnten die Besucher:innen gleich an mehreren Spielorten machen: zurück in die 20er Jahre ging es beispielsweise im Museum der deutschen Binnenschifffahrt in Duisburg und in die 50er und 60er im LWL-Industriemuseum Zeche Nachtigall in Witten. Musikalisch wurde es mit Kay & Funky von TON STEINE SCHERBEN mit Gymmick und dem Klavier Festival Ruhr im LWL-Industriemuseum Henrichshütte in Hattingen. The Speedos heizten im LWL-Museum für Archäologie in Herne ein; auf Rheinpreußen Schacht IV in Moers sorgte der Knappenchor Rheinland für Stimmung und Gemeinschaftsgefühl beim gemeinsamen Singen unter der Fördermaschine. Am Ankerpunkt Lindenbrauerei in Unna warf das Theater Titanick gesellschaftskritische Fragen auf und suchte wortwörtlich nach dem Gleichgewicht der Welt.

Der nachhaltige Wandel der Metropole und der Spielorte stand im Mittelpunkt des innerhalb der Extraschicht vom Ministerium für Kultur und Wissenschaft geförderten Themenschwerpunkts „Metropole Zukunft: Die ExtraSchicht im Zeichen digitaler Kunst“. An vier Standorten, dem LWL-Industriemuseum Zeche Hannover in Bochum, dem LWL-Industriemuseum Henrichshütte in Hattingen, dem LWL-Industriemuseum Zeche Zollern in Dortmund und dem Kreativ.Quartier Lohberg in Dinslaken konnten Besucher:innen digitale Kunstprojekte, die den Fokus auf das Ruhrgebiet von Morgen gelegt hatten, bestaunen. Die Mischung aus Vergangenheit und Zukunft sowie die digitalen Kunstprojekte wie etwa die 3D-Holoperformances und Lasershows des Electric Dance Theaters im Kreativ.Quartier Lohberg sowie die Videomapping-Installation auf der Zeche Hannover waren ein großer Besuchermagnet. Für Feinschmecker der digitalen Kunst gab es eine Augmented Reality Installation des Digitalkünstlers Tim Berresheim in der Henrichshütte Hattingen. Doch nicht nur das Morgen stand bei der Nacht der Industriekultur im Rampenlicht, auch das Gestern wurde keinesfalls vergessen. So öffneten zahlreiche Spielorte wieder ansonsten verborgene Örtlichkeiten und ehemalige Bergleute, Koker und Stahlarbeiter boten Führungen „Auf du und du“ durch die eigentlichen Stars des Abends, die ausgedienten Industrieanlagen. Weiteres Highlight waren die beliebten Feuerwerke, Lasershows und Illuminationen vor einzigartiger (Industrie-)kulisse z.B. im CreativQuartier Fürst Leopold in Dorsten, am Zukunftsstandort Ewald in Herten oder an der Ludwiggalerie Schloss Oberhausen.

Auch die Newcomer unter den Spielorten konnten auf ganzer Linie überzeugen und zogen zahlreiche Besucher:innen an. Im Trainingsbergwerk Recklinghausen, welches sich über ein sehr großes Besucheraufkommen freute, konnte man unter Tage auf Erkundungstour gehen und Bergleute-Feeling hautnah erleben, dem bekannten Luftschiff „Theo“ nahe kamen die Gäste der ExtraSchicht im WDL-Luftschiffhangar in Mülheim an der Ruhr. Im Zechenpark Friedrich Heinrich in Kamp-Lintfort gab es zum Abschluß ein Kaskadenfeuerwerk am Förderturm. Nach einer Pause waren der MüGa-Park in Mülheim, der Malakoffturm in Bottrop, das Deutsche Bergbau-Museum in Bochum und der Gasometer Oberhausen wieder dabei. „Die ExtraSchicht gehört einfach zum Ruhrgebiet, sie feiert das industriekulturelle Erbe mit jeder Menge Kunst, Kreativität und Spaß. Zwei Jahre musste sie jetzt ausfallen, da hat etwas gefehlt“, resümiert Axel Biermann, Geschäftsführer der Ruhr Tourismus GmbH. Die Menge an Besuchern und Besucherinnen zeigt uns: das Prinzip ExtraSchicht begeistert die Menschen nach wie vor, sie haben Lust wieder etwas zu erleben. Wir freuen uns gemeinsam mit ihnen die Nacht der Industriekultur wieder feiern zu können“, so Biermann weiter.

Die Nacht in Bildern

Beim Besuch der ExtraSchicht ein besonders gelungenes Foto geknipst? Bis zum 03. Juli können ExtraSchichtler:innen noch unter ExtraSchicht - Fotowettbewerb ihre beiden besten Bilder hochladen und am Fotowettbewerb teilnehmen.

Schon jetzt vormerken: die nächste ExtraSchicht findet am 24. Juni 2023 statt.



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