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Die Bettmeralp im Schweizer Wallis - Ein traumhaft schöner Urlaubsort, an dem man der Hitze entkommt

Wer im Sommer der Hitze entfliehen möchte, muss nicht zwangsläufig in den hohen Norden reisen. Oft genügt ein Wechsel der Höhenlage oder die Nähe zu Wasser. Besonders angenehm sind Regionen, in denen die Temperaturen auch im Juli und August selten über 25 Grad steigen und die Nächte deutlich abkühlen. Zu den schönsten Zielen diesere Art gehören die Bettmeralp und die Aletsch Arena im Schweizer Wallis. Auf rund 2.000 Metern Höhe herrschen selbst im Hochsommer meist angenehme 18 bis 24 Grad. Wanderwege, Bergseen und der Blick auf den Aletsch Glacier machen die Region zu einem idealen Rückzugsort. RUHRgespräch hat die diese Orte zur Zeit der großen Hitzewelle Ende Juni besucht.


Die Anreise

Es gibt Orte, die man nicht einfach besucht, sondern in deren Rhythmus man langsam hineinwächst. Die Bettmeralp im Wallis ist ein solcher Ort. Der Autor ist mit dem Zug angereist, was dank einer seit Dezember 2025 bestehenden ICE-Direktverbindund vom Ruhrgebiet bis nach Brig im Wallis stressfrei möglich ist. Von dort aus geht es mit der Matterhorn Gotthard Bahn weiter zur Bettmeralp. Die Reise zur Bettmeralp beginnt am Bahnhof von Brig, wo die roten Züge der Matterhorn Gotthard Bahn auf ihre Fahrgäste warten. Während auf den Gleisen der Schweizer Bundesbahnen internationale Fernzüge ein- und ausfahren, vermittelt die schmalspurige Bahn schon vor der Abfahrt das Gefühl, dass nun eine andere Art des Reisens beginnt – ruhiger, entschleunigter und näher an der Landschaft.
Kaum verlässt der Zug Brig, öffnet sich der Blick auf das obere Rhonetal. Die Fahrt dauert zwar nur rund eine Viertelstunde, doch sie bietet bereits einen ersten Eindruck von der alpinen Kulisse des Wallis. Der Zug folgt dem Lauf der Rhone, vorbei an saftigen Wiesen, kleinen Obstgärten und den ersten sonnenbeschienenen Berghängen. Links und rechts steigen die Berge steil an, ihre Gipfel bilden einen imposanten Rahmen für das breite Tal. Dazwischen liegen kleine Walliser Dörfer mit ihren typischen Holzhäusern und den dunklen, von der Sonne gegerbten Scheunen, die seit Jahrhunderten das Landschaftsbild prägen.
Nach wenigen Minuten passiert die Bahn Bitsch und Mörel. Der Zug fährt ruhig dahin, während sich hinter den Fenstern die Landschaft stetig verändert. Die Talflanken werden schroffer, Wälder wechseln sich mit offenen Wiesen ab, und immer wieder fällt der Blick auf die schneebedeckten Gipfel der Walliser Alpen.
Kurz darauf erreicht der Zug die Station Bettmeralp Talstation. Direkt gegenüber des Bahnsteigs befindet sich die Talstation der Luftseilbahn zur Bettmeralp. Die Wege sind bewusst kurz gehalten: Kaum hat man den Zug verlassen, steht man bereits wenige Schritte später vor der Gondel, die hinauf in die autofreie Bergwelt der Aletsch Arena führt.
Während die Bahnreise eher den Charakter einer Einstimmung besitzt, beginnt mit der Seilbahnfahrt das eigentliche Bergerlebnis. Langsam hebt die Gondel vom Talboden ab. Die Häuser werden kleiner, die Rhone schlängelt sich silbern durch das Tal, und der Blick reicht weit über die Walliser Bergwelt. Wenige Minuten später öffnet sich die Tür auf knapp 2.000 Metern Höhe – und mit ihr eine völlig andere Welt. Hier empfängt den Besucher eine bemerkenswerte Stille. Keine Motorengeräusche, kein hektischer Verkehr – stattdessen das Läuten der Kuhglocken, das Rauschen des Windes und der Duft frisch gemähter Bergwiesen.

Bettmeralp und Aletsch Arena

Die autofreie Bettmeralp auf rund 2.000 Metern Höhe wirkt angenehm entschleunigt. Zwischen den traditionellen Chalets gehen Wanderer mit leichtem Gepäck, Radfahrer sind auf ihren Mountainbikes unterwegs, elektrisch betriebene Fahrzeuge transportieren Menschen und Lasten und auf den Sonnenterrassen scheint die Zeit langsamer zu vergehen. Wer hier ankommt, spürt schnell, dass die Berge den Takt vorgeben.

Nur wenige Gehminuten vom Dorfzentrum entfernt liegt das Hotel Alpfrieden. Das traditionsreiche Haus verzichtet auf überflüssigen Luxus und setzt stattdessen auf das, was in den Bergen zählt: herzliche Gastfreundschaft, eine entspannte Atmosphäre und einen spektakulären Blick auf die Walliser Alpen. Die Zimmer verbinden alpinen Charme mit zeitgemäßem Komfort. Vom Balkon schweift der Blick über grüne Hänge bis zu den schneebedeckten Gipfeln, die sich je nach Tageszeit in immer neuen Farben präsentieren.

Zimmer im Hotel Alpfrieden
Bereits beim Einchecken fällt die persönliche Note auf. Die Gastgeber nehmen sich Zeit für ihre Gäste, geben Empfehlungen für Wanderungen und verraten, welche Aussichtspunkte sich besonders in den frühen Morgenstunden lohnen. Es sind diese kleinen Gespräche, die einem Aufenthalt Charakter verleihen und das Gefühl vermitteln, nicht einfach Gast, sondern willkommen zu sein.

Der eigentliche Höhepunkt der Region liegt jedoch oberhalb des Dorfes. Mit der Gondel geht es hinauf zum Bettmerhorn. Dort öffnet sich eine der eindrucksvollsten Panoramen der Schweizer Alpen.

Blick vom Bettmerhorn
Nur gerade 200 Meter von der Bergstation Bettmerhorn entfernt liegt der barrierefrei zugängliche View Point Bettmerhorn. Vom Aussichtspunkt auf 2647 m ü. M. aus geniesst man einen freien Blick auf die imposante Gerade und die eindrückliche grosse Kurve des Grossen Alteschgletschers. Der Große Aletschgletscher zieht sich wie ein gewaltiger Strom aus Eis durch die Hochgebirgslandschaft und verdeutlicht eindrucksvoll, warum dieses Gebiet zum UNESCO-Welterbe gehört. Die Dimensionen lassen sich kaum in Worte fassen. Erst der Blick über die gesamte Gletscherzunge vermittelt eine Ahnung von der gewaltigen Kraft, die diese Landschaft geformt hat.
Aletschgletscher
Auf dem Panoramaweg Richtung Moosfluh wechseln sich schmale Bergpfade, Aussichtspunkte und alpine Wiesen ab. Immer wieder bleibt man stehen – nicht aus Erschöpfung, sondern weil sich hinter jeder Wegbiegung ein neues Bild eröffnet. Gleichzeitig wird sichtbar, wie stark sich der Gletscher in den vergangenen Jahrzehnten verändert hat. Wo einst mächtige Eismassen lagen, breiten sich heute Fels und Geröll aus. Die Schönheit der Landschaft und ihre Verletzlichkeit liegen hier eng beieinander.

Nach einem langen Wandertag wird die Rückkehr ins Hotel Alpfrieden fast ebenso reizvoll wie der Ausflug selbst. Auf der Sonnenterrasse klingt der Nachmittag bei einem Glas Walliser Wein aus, während die letzten Sonnenstrahlen die Gipfel in warmes Licht tauchen. Im Restaurant kommen regionale Spezialitäten auf den Tisch: würziges Walliser Raclette, Trockenfleisch aus der Region und sorgfältig zubereitete saisonale Gerichte. Die Küche bleibt bodenständig, ohne beliebig zu wirken – authentisch statt inszeniert.

Blick von der Terrasse des Hotels Alpfrieden
Am nächsten Morgen zeigt sich die Bettmeralp von ihrer vielleicht schönsten Seite. Noch bevor die ersten Wanderer unterwegs sind, liegt das Dorf in einer fast meditativen Ruhe. Über den Wiesen schwebt leichter Nebel, während die aufgehende Sonne die Berggipfel nach und nach in goldenes Licht taucht. Es sind diese stillen Momente, die lange in Erinnerung bleiben.

Die Bettmeralp lebt nicht von spektakulären Attraktionen oder alpinen Superlativen allein. Sie überzeugt durch ihre Gelassenheit, ihre Nähe zur Natur und die bewusste Entscheidung, den Bergen den Vorrang vor dem Verkehr zu geben. Das Hotel Alpfrieden fügt sich nahtlos in dieses Konzept ein. Es versteht sich weniger als luxuriöses Refugium denn als gastfreundlicher Ausgangspunkt für Menschen, die die Schönheit des Wallis mit allen Sinnen erleben möchten.

Wer die Heimreise antritt, nimmt weit mehr mit als beeindruckende Fotografien vom Aletschgletscher. Es bleibt die Erinnerung an einen Ort, der zeigt, dass echter Luxus manchmal ganz einfach ist: frische Bergluft, ehrliche Gastfreundschaft und die wohltuende Erfahrung, für ein paar Tage aus dem Takt des Alltags auszusteigen.

Infos unter:
https://switzerlandtravelcentre.com/de-ch
https://www.valais.ch/de/orte/aletsch-arena/bettmeralp
https://www.alpfrieden.ch
https://www.aletscharena.ch