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Frau in Blau. Oskar Kokoschka und Alma Mahler seit 20. März im Museum Folkwang

Das Museum Folkwang zeigt vom 20. März bis zum 22. Juni 2025 die Ausstellung Frau in Blau. Oskar Kokoschka und Alma Mahler. Die kompakte Präsentation widmet sich zwei großen Persönlichkeiten der Kunstgeschichte: Oskar Kokoschka, Pionier des Expressionismus, und Alma Mahler, Komponistin, Gastgeberin künstlerischer Salons, Netzwerkerin und Vertraute vieler Künstler der Wiener Moderne. Frau in Blau versammelt zum ersten Mal seit mehr als 30 Jahren in einer Ausstellung ausschließlich Werke Kokoschkas, die von Alma Mahler inspiriert wurden.


Die Geschichte der Beziehung von Alma Mahler und Oskar Kokoschka ist aufs Engste mit der Sammlungsgeschichte des Museum Folkwang verknüpft: Bereits 1910 stellt der Folkwang-Gründer Karl Ernst Osthaus die Werke des jungen Malers Oskar Kokoschka in seinem Museum in Hagen aus. Zu Beginn des Jahres 1916 gelangt Kokoschkas erstes Porträt von Alma Mahler als Schenkung der Dargestellten selbst in die Sammlung Folkwang. 1920 verlangt sie das Werk von Osthaus zurück und nimmt es auf ihren weiteren Lebensstationen mit bis ins amerikanische Exil, wo sie 1964 stirbt. Das Porträt Alma Mahler (1912) kehrt nun anlässlich der Ausstellung Frau in Blau nach über 100 Jahren als Leihgabe aus dem National Museum of Modern Art in Tokio zurück ins Museum Folkwang.

Im Jahr 1912 lernt Oskar Kokoschka in Wien Alma Mahler kennen, eine einflussreiche Persönlichkeit der Wiener Gesellschaft und Witwe des Komponisten Gustav Mahler. Innerhalb kürzester Zeit entwickelt der Künstler eine obsessive Liebe für Alma Mahler, die Ausdruck in zehn Gemälden, sieben Fächern, einem Wandbild, einer Puppe und zahlreichen Grafiken findet. Diese Werke entstehen während seiner expressionistischen Phase zwischen 1912 und 1922. Mit Liebesbriefen und Alma Mahler gewidmeten Werken, wie dem als „Verlobungsbild“ bezeichneten Doppelbildnis Oskar Kokoschka und Alma Mahler (1912) aus der Sammlung Folkwang, bemüht er sich über drei Jahre die Verbindung zu festigen und sie von seiner Vision einer gemeinsamen Zukunft zu überzeugen.

Die stille Frau
Nach Beendigung der Amour Fou im Jahr 1915 meldet sich Kokoschka freiwillig zum Kriegsdienst, kehrt verletzt zurück nach Dresden und wird dort 1919 zum Professor an die Kunstakademie berufen. Alma Mahler ist zu diesem Zeitpunkt nach wie vor Teil seiner künstlerischen Überlegungen: Bereits 1918 beschließt er, von der Puppenmacherin Hermine Moos eine lebensgroße Puppe Alma Mahlers nach seinen Beschreibungen und Entwürfen anfertigen zu lassen und fortan mit dieser zu leben. In den darauffolgenden Jahren entstehen einige Gemälde, unter anderem Frau in Blau (1919), die die „stille Frau“ zum Thema haben. Kokoschkas Vorgehen bei der Produktion der Puppe ist dokumentiert; die anschließenden Erzählungen bezeugen Kokoschkas zielgerichtete künstlerische Selbstinszenierung des Lebens mit der Puppe, die er schließlich nach eigenen Angaben 1922 bei einem Künstlerfest in seinem Vorgarten zerstört. Er konstruiert ein Narrativ, das über die Jahre immer wieder reproduziert wird. Der zeitgenössische Schweizer Künstler Denis Savary setzt sich in seiner Arbeit Alma (2007) mit dem Mythos um die Puppe auseinander. Ausgehend von Kokoschkas Überlieferung hat er in Zusammenarbeit mit einer Schneiderin vier verschiedene Repliken der Puppe geschaffen, von denen zwei in der Ausstellung zu sehen sind.

Frau in Blau
Frau in Blau
Erstmals seit über 30 Jahren werden die von Alma Mahler inspirierten Werke Oskar Kokoschkas wieder zusammen in einer Ausstellung präsentiert. Die bedeutende Werkgruppe ist Zeitzeugnis und expressionistisches Hauptwerk zugleich. Die über 30 Arbeiten – überwiegend Leihgaben aus internationalen Sammlungen – offenbaren die Dramatik der Liebesbeziehung in zwei Akten und markieren wichtige Wendepunkte in Kokoschkas Malweise.

„Wir freuen uns sehr, dass es uns gelungen ist, für Frau in Blau zentrale Werke dieser Werkgruppe von Oskar Kokoschka aus internationalen Sammlungen zu vereinen. Wir begeben uns damit auf die Spuren eines Kapitels der Kunstgeschichte, das eng mit der unseres Museums verbunden ist. Die Ausstellung rahmt zugleich das Festival DOPPELBILDNISSE, für das sich sechs Essener Kulturinstitutionen zu einer bisher einzigartigen Kooperation zusammengeschlossen haben, um sich mit hochkarätigen Ausstellungen, Konzerten, Performances und Symposien einer der faszinierendsten und zugleich umstrittensten Persönlichkeiten der Wiener Moderne zu widmen: Alma Mahler-Werfel.“,so Peter Gorschlüter, Direktor Museum Folkwang.

Katja van Doren, CHRO RWE AG „Kunst inspiriert, verbindet und regt zum Dialog an – genau das macht die Ausstellung ‚Frau in Blau‘ so besonders. Oskar Kokoschkas Werke erzählen von Leidenschaft, Ausdruckskraft und einem bewegten Leben. Als RWE unterstützen wir dieses kulturelle Highlight im Folkwang Museum gerne, denn Kunst und Kultur sind essenzielle Impulse für unsere Gesellschaft.“

FRAU IN BLAU
Oskar Kokoschka und Alma Mahler

20. März – 22. Juni 2025
Eröffnung: Mi, 19. März 2025, 19 Uhr
Kuratorin: Anna Brohm

Eintritt: frei! Kostenlose Zeitfenstertickets sind unter https://museum-folkwang.ticketfritz.de/Home/Index buchbar.

Die Ausstellung ist Teil des Kooperationsprojekts Doppelbildnisse – Alma Mahler-Werfel im Spiegel der Wiener Moderne.